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Dominik Schneider

Dominik Schneider begab sich schon früh auf die Suche nach unterschiedlichsten Klangfarben und beschäftigt sich heute vorrangig mit dem Flötenspiel in mannigfaltigen Varianten. Seit 2010 fertigt er in seiner Werkstatt unter anderem ein frühes Traversflötenmodell, das besonders für die Musik des Mittelalters und der Frührenaissance geeignet ist. Darüber hinaus ist der Klangästhet ein gefragter Quinternist, aber auch mit dem Portativ arbeitet er oft mit Ensembles wie Vox Werdensis oder Ars Choralis Coeln zusammen. Außerdem widmet er sich der freien improvisierten Musik mit dem Kölner Jazz-Ensemble MÄÄR. Unter dem Namen BadAntiko interagiert er zwischen den Grenzen klassischer Musik und anderer Genres. An der Folkwang Universität der Künste in Essen unterrichtet er (zusammen mit Stefan Klöckner und Benjamin Bagby) im Master-Studiengang „Musik des Mittelalters“. Neben der Musik gilt seine Leidenschaft der Portraitfotografie.

Maria Jonas

Die Sängerin Maria Jonas ist in Köln als Interpretin Alter Musik und immer häufiger auch Improvisierter Musik zu erleben. Der Begriff „Trobairitz“beschreibt ihr Wirken besser als die übliche Bezeichnung Sängerin. Die Trobairitz waren das weibliche Gegenstück zu den Trobadors im südlichen Frankreich des Mittelalters. Es stammt von dem okzitanischen Wort trobar: finden. Als kreativer Geist wird Maria Jonas zunehmend bei der Entwicklung von Veranstaltungskonzepten zu Rate gezogen. Neben dem Ensemble „Sanstierce“ gründete sie die Frauenschola „Ars Choralis Coeln“ und das Mittelalter-Ensemble „Ala Aurea“. Auftritte mit diesen Ensembles und als Solistin führten sie durch ganz Europa, in die USA, Honkong und Taiwan. Zahlreiche CD-Aufnahmen zeugen von ihrer stetigen Auseinandersetzung mit Musik verschiedener Genres. Sie unterrichtet an der Musikhochschule Köln.

www.maria-jonas.de/

Rita William

Die Sängerin und Komponistin Rita William wurde in Bagdad geboren und beschäftigt sich seit ihrer Kindheit mit orientalisch-christlichem und klassisch-irakischem Gesang. Bereits im Alter von 9 Jahren sang sie regelmäßig bei Feierlichkeiten in ihrer Schule.

Ab 1998 sang sie in dem evangelischen Kirchenchor „Liebe und Frieden“ als Solistin in Bagdad. Der Chor gab Konzerte in allen Regionen des Irak mit dem Ziel, die verschiedenen Religionen einander näher zu bringen.

Seit 2000 ist sie mit dem Musiker Rageed William verheiratet, der sie auch unterrichtet.

Seit 2001 lebt sie in Deutschland und tritt regelmäßig in Kirchen und folkloristischen Konzerten auf.

Zu ihren wichtigsten Konzerten gehörten Auftritte beim 13. Internationalen Festival für Stummfilm und Livemusik in Heidelberg und in einem Fernsehkonzert des christlichen Senders Sat 7 in Paris.

Sie sang beim Kirchentag Berlin und an der Berliner Kunsthochschule, ausserdem bei den Festivals „Ex oriente vox“, Stuttgart, „Arabisches Musikfestival” in der Oper Kairo, „al kamandjati festival“ Ramallah/Jerusalem/Betlehem, „Jahrmarkt der Sinne Festival“, Limburg und „Playground Festival“, Weimar.

Mit dem Würzburger Orchester sang sie den arabischen und aramäischen Part im Stabat mater-Projekt über Karl Jenkins.

2006 nahm sie die CD „Shouq Qalbi“ mit selbst komponierten Kirchengesängen in arabischer Sprache auf.

2014 erschien die CD "Arabiskan" mit den Cairo Steps.

2018 trat sie mit dem Nouruz-Ensemble mit dem Programm „Goldener Flügel“ , das auch auf CD erschienen ist, im Rahmen des Romanischen Sommers Köln auf.

Sie ist Mitglied bei Trimum, einem interreligiösen Gemeinschaftsprojekt, das jüdische, christliche und muslimische MusikerInnen in Workshops und Konzerten zusammenbringt, um ein konstruktives und friedliches Miteinander der Religionen zu fördern. Bei Trimum wirkte sie bei der Sammlung und Übersetzung aramäischer und arabischer Lieder für das 2017 erschienene „Interreligiöse Liederbuch“ mit.

www.ritawilliam.com

Ibrahim Keivo

Ibrahim Keivo wurde als Sohn einer armenischen Familie in einem yesidisch-kurdischen Dorf in Nordsyrien geboren. Seine Mutter lehrte ihn seit frühester Kindheit die armenischen Gesänge, die sie aus ihrer Heimat mitgebracht hatte, aber auch Lieder, die auf Türkisch, Kurdisch und dem arabischen Dialekt Mardalli gesungen und gespielt wurden. Ibrahim Keivo war ein Zeitzeuge und ein wissbegierig-neugieriger Schüler der kulturellen Vielfalt in Nordsyrien. Von den Beduinen lernte er die assyrische Kultur und die aramäische Sprache – Elemente der ältesten Zivilisationen und Religionen der Menschheit. Er begegnet aber auch der syrischen Sprache (die mit dem heutigen syrischen Arabisch nichts zu tun hat), dem orthodoxen Christentum und der Kultur der Yeziden. Mit der Unterstützung der Familie erhielt er seine erste Buzok, eine Langhalslaute. Bald darauf ging er nach Aleppo, der Hauptstadt der traditionellen arabischen Musik, um am dortigen Konservatorium zu studieren. Die Begegnung mit dem Komponisten und Musikwissenschaftler Nouri Iskandar war ausschlaggebend für Keivos eigene Forschungen zu den Musiktraditionen in Nord-Syrien. Ibrahim Keivos internationale Karriere als Sänger startete 2002, als er die Rolle des „Bacchus“ (nach Euripides) in einer Komposition von Nouri Iskandar übernahm. Es folgten u.a. Auftritte und Tourneen in Frankreich, Konzerte bei den Feierlichkeiten zum Festival „Damaskus – Arabische Kulturhauptstadt“ 2008 sowie im dortigen Opernhaus oder etwa ein Gastspiel beim „Morgenland Festival 2009“ in Osnabrück. Seit 2015 lebt Ibrahim Keivo mit seiner Familie in NRW. Bei seinen Solo-Konzerten spielt und singt er in verschiedenen arabischen Sprachen und Dialekten rituelle und mythische Lieder, Ernte- und Hochzeitslieder, Lieder über die Trauer und die Liebe.